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Newsarchiv

Ortsplanung Speicher - Konzeptvorschläge der Ortsplanungskommission

Erläuterungen zur Überarbeitung der Ortsplanung

Die heute geltende Zonenordnung ist seit dem Jahr 1993 in Kraft. Die Überprüfung hat gezeigt, dass in der Zwischenzeit verschiedene Änderungen im übergeordneten Recht (unter anderem im kantonalen Baugesetz) vorgenommen wurden. Dies verlangt verschiedene Anpassungen im kommunalen Baureglement. Zudem sind im Dorf Speicher die Baulandreserven – vor allem in den Wohnzonen - knapp geworden. In der Speicherschwendi ist heute praktisch kein Bauland mehr erhältlich. Im Weiteren führt das seit zwanzig Jahren hängige Rechtsverfahren in der oberen Schwendi dazu, dass keine verlässliche Planung in diesem Gebiet möglich ist.

Die Einwohnerzahl unseres Kantons ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Auch in unserem Dorfe hat die Einwohnerzahl nicht zugenommen, sie ist stagniert. Die Schweizer Bevölkerung wächst aber jährlich um rund 0,7 %. Der Regierungsrat ist über diese Entwicklung besorgt und hat deshalb in seinem Regierungsprogramm die Gemeinden aufgefordert, aktiv zu werden. Künftig soll auch Ausserroden am schweizerischen Wachstum teilhaben.

Die Ortsplanungskommission hat deshalb ihrem Planungsentwurf ein Bevölkerungswachstum von 0,5 % - 1,0 % zu Grunde gelegt. Dieses Ziel bildet die Basis für die weiteren Planungsschritte und die entsprechenden raumwirksamen Massnahmen.


Die wesentliche Grundlage für die Ortsplanung ist der Richtplan der Gemeinde.

Die Ortsplanung ist stufenweise aufgebaut. Auf der Basis der vorhandenen Daten und Fakten hat die Ortsplanungskommission ein Leitbild für die räumliche Entwicklung zu erarbeiten. Dieses wiederum bildet die Basis für die Konzepte, wie die Vorstellungen der künftigen Entwicklung in raumrelevante Aussagen umgesetzt werden sollen.

Zudem sind die Handlungsrichtlinien für die Behörden aufzuzeigen. Insbesondere die notwendigen Verfahren, die Planungsinstrumente, der zeitliche Ablauf und die benötigten finanziellen Mittel.

Die Resultate und wesentlichen Aussagen dieses Prozesses werden im Gemeinderichtplan zusammengefasst. Er wird einer Volksdiskussion unterstellt werden. Anschliessend vom Planungsamt vorgeprüft, vom Gemeinderat erlassen und vom Regierungsrat genehmigt. Er ist behördenverbindlich.

Entsprechend diesem Richtplan wird die eigentliche Nutzungsplanung erstellt, d.h. es wird der Zonenplan bedarfsgerecht angepasst und das Baureglement gemäss den Vorgaben des kantonalen Baugesetzes überarbeitet.

Es ist vorgesehen, die neuen Baugebiete in Etappen der entsprechenden Nutzung zuzuführen. Der Gemeinderat wird die einzelnen Gebiete nach Prioritäten und Bedarf ordnen und den Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die entsprechenden Teilzonenplanänderungen in den nächsten Jahren in separaten Abstimmungen vorlegen.

Konkret ist vorgesehen, schrittweise die Voraussetzungen zu schaffen, dass im Dorf 150 bis 300 Einwohner mehr wohnen können. In der Speicherschwendi soll Platz für 50 bis 100 Einwohner geschaffen werden. Aufgrund der Erfahrungszahlen in unserer und ähnlichen Gemeinden kann man davon ausgehen, dass in einem Einfamilienhausquartier rund 30 Einwohner pro Hektare wohnen, in einem Mehrfamilienhausquartier rund 90 Einwohner. Die Planungskommission nimmt an, dass wie bisher rund 2/3 der zusätzlichen Wohneinheiten Einfamilienhäuser sind und rund 1/3 auf Mehrfamilienhäuser entfallen.

Der Baulandbedarf im Dorf Speicher beträgt aufgrund dieser Annahmen 8 bis 10 ha
für Einfamilienhäuser und 3 bis 5 ha für Mehrfamilienhäuser. In der Speicherschwendi sind es 2,5 bis 3,5 ha für Einfamilienhäuser und rund 1,5 ha für Mehrfamilienhäuser. Gesamthaft bedeutet dies einen Flächenbedarf von rund 14 bis 20 Hektaren.

Die vorliegenden Konzeptvorschläge zeigen Ihnen auf, wo die Planungskommission welche Nutzungen vorsieht:

Ein ganz wesentlicher Grundsatz in den Leitgedanken war die Stärkung des Dorfzentrums. Die Einzonung eines Teils der vorderen Steinegg war deshalb eine logische Konsequenz aus diesem Gedanken. Die Nähe zum öffentlichen Verkehr, zu Einkaufsmöglichkeiten und zu Schulen und weiterer Infrastruktur ist so gut wie selten in unserem Dorf. Dass die hervorragende Besonnung und die schöne Aussicht, dieses Gebiet zu einer bevorzugten Wohnlage machen, ist einleuchtend.

Natürlich sind bei einem solchem Entscheid auch schwierige Punkte zu diskutieren. Insbesondere die Zukunft des landwirtschaftlichen Betriebes. Die rasante Veränderung in der Struktur der Landwirtschaft wird aber auch vor unserem Dorf nicht halt machen. Es wird in wenigen Jahren so oder so weniger Betriebe geben. Und der Auftrag der Planungskommission war und ist, in erster Linie dafür zu sorgen, dass die Entwicklung des Dorfes dort stattfindet, wo es unter den verschiedenen raumplanerischen Aspekten sinnvoll ist. Vorgesehen ist konkret im gelben Teil, in einer ersten Phase, Bauland für Einfamilienhäuser bereit zu stellen, und im orangen Teil eine Zone für kleinere Mehrfamilienhäuser zu schaffen. Im rot umrandeten Teil soll die Bebauung in zweiter Priorität erfolgen.

Im Gebiet Bruggmoos geht es vor allem um die Nutzung von Restflächen und um die Einzonung von bereits überbautem Gebiet.

Ähnliches gilt für das Gebiet Bendlehn. Die rot umrandete Fläche unter der Kantonsstrasse wurde bereit 1994 als Baugebiet für Wohnen ausgeschieden und erhält nun wieder diesen Status. Die untere Fläche ist der heutige Holzlagerplatz der Firma Naef AG und soll wie bis anhin genutzt werden können.

Im Unterdorf und in der Wies sind bisherige Bauentwicklungsgebiete weiter als solche vorgesehen. Da das Land im Gebiet Unterdorf nicht erhältlich ist, ist eine direkte Einzonung nicht sinnvoll. Mittel- bis langfristig würde aber eine weitere Entwicklung des Baugebietes in diesem Gebiet Sinn machen.

Das bisherige Bauentwicklungsgebiet in der oberen Hinterwies geht zurück ins Landwirtschaftsgebiet. Der Eigentümer möchte dies so und aufgrund der grossen Distanz zum Zentrum würde eine Einzonung auch nicht den Leitgedanken entsprechen.

Auch die bisherigen Bauentwicklungsgebiete in der Region Schützengarten sind im Konzept als Landwirtschaftszone bezeichnet. Aufgrund der Lärmbelastung durch den Schützenstand ist eine Einzonung aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Es sieht auch nicht danach aus, als ob der Schützenstand in der Planungsperiode von 10 – 15 Jahren seinen Betrieb einstellen würde.

In der Speicherschwendi sind verschiedene Gebiete vorgesehen. In erster Priorität sind dies die Nutzung der Restflächen unter der Staatstrasse sowie die Neueinzonung der Parzelle von Herrn Marti, unter der Rickstrasse. Hier ist im unteren Bereich Wohn- Gewerbezone vorgesehen und im oberen Bereich Wohnzone für Einfamilienhäuser. Längerfristig ist auch die Nutzung einer Bautiefe entlang der Austrasse vorgesehen.

In der oberen Speicherschwendi soll ein kleineres Gebiet westlich der Rickstrasse eingezont werden. Mit dieser zusätzlichen Parzelle wird die bereits bestehende Bauzone gegenüber der Landwirtschaftsfläche klar abgegrenzt und es ist kaum Erschliessungsaufwand notwendig.

Ein ganz spezielles Problem ist die eigentliche Obere Schwendi. Seit 1984 – also seit 22 Jahren – ist hier ein Rechtsverfahren hängig. Bereits im Zonenplan von 1993 war dieses Gebiet ausgenommen, die jetzige Überarbeitung des Zonenplans gibt uns die Chance mit einem Kompromissvorschlag die Situation zu klären. In diversen Gesprächen mit Eigentümer und Einsprecher konnte keine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Der jetzt vorliegende Entwurf ist ein Kompromissvorschlag der Planungskommission. Er sieht rund 40 % der umstrittenen Fläche in der Wohnzone und rd. 60 % in der Landwirtschaftszone. Wie weit die Kontrahenten sich mit diesem Vorschlag anfreunden können, wird sich im weiteren Verfahren zeigen. Klar ist, dass gemäss geltendem kantonalem Richtplan die umstrittene Parzelle nicht mehr als Fruchtfolgefläche bezeichnet ist. Sicher wird über diese Fläche in erster Priorität abgestimmt werden müssen, da sie durch ihre Grösse die weitere Entwicklung der Speicherschwendi präjudiziert. Die Gespräche mit dem Grundeigentümer haben auch ergeben, dass er auf vertraglicher Basis bereit wäre, eine Etappierung der Nutzung zu akzeptieren.

Nur eine breite Diskussion der vorliegenden Thesen und Konzeptentwürfe ermöglicht einen demokratischen Planungsprozess. Sie haben deshalb Gelegenheit bis Ende Januar zu den vorliegenden Entwürfen Stellung zu nehmen.

Anbei können Sie die Konzeptvorschläge der Ortsplanungskommission in einer Power Point Präsentation anschauen.

Dokument PRÄSENTATION.ORTSPLANUNG.INTERNET.07.11.061.ppt (ppt, 4302.8 kB)


Datum der Neuigkeit 7. Nov. 2006