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Anlässe

„Bach und Wein – eine musikalisch-önologische Spurensuche ohne Bierernst“

21. Sept. 2019
10.30 Uhr (anschliessend Apéro; Türöffnung um 09.45 Uhr)

Ort:
Kul-Tour auf Vögelinsegg
Hohrüti 1
9042 Speicher
Preis:
Fr. 60.00
Preise:
Eintritt inklusive Apéro Riche, Wein und andere Getränke.
Organisator:
Kul-Tour auf Vögelinsegg
Kontakt:
Elsbeth Gallusser
E-Mail:
info@kul-tour.ch
Anmeldung:
071 340 09 01 / info@kul-tour.ch
Website:
http://www.kul-tour.ch


Liebe KUL-TOUR-Freunde

Mit ihrer Après Bach Matinée kehrt die J. S. Bach-Stiftung in diesem Jahr in unser kulinarisches Kleintheater ein. Die von Konrad Hummler gegründete Stiftung hat es mit ihrer Gesamtaufführung des Bach‘schen Vokalwerkes in der Ostschweiz und Sonderprojekten wie den Appenzeller Bachtagen zu internationaler Geltung gebracht.

Gestaltet wird dieser musikalisch-kulinarische Anlass vom künstlerischen Leiter der J.S. Bach-Stiftung Rudolf Lutz (Klavierimprovisationen und -begleitung) und Anselm Hartinger (musikalisch-historische Hintergründe).

Dieses Mal geht es um das Thema:
„Bach und Wein – eine musikalisch-önologische Spurensuche ohne Bierernst“

Für den kulinarischen Teil sorgt die Theaterküche „KUL-TOUR auf Vögelinsegg“

Aufgrund seiner prominenten Platzierung in der antiken Mythologie sowie der biblischen Tradition und christlichen Abendmahlsliturgie erfreut sich der Wein in der abendländischen Kulturgeschichte eines beträchtlichen Prestiges. Von den Psalmkonzerten eines Heinrich Schütz über zahllose Opernarien bis hin zum rauschhaften «Chianti-Lied» oder der «Weinkantate» von Rudolf Lutz ist der Wein zu einem Dauerthema der genussreichen Musikhistorie geworden. Das Bier hat hingegen keinen sonderlichen Stand in der europäischen Musiktradition. Immerhin darf Thüringen, das Lebens- und Arbeitsgebiet Johann Sebastian Bachs, noch immer als klassisches Bierland gelten, dessen Gerstensäfte allerdings kaum je die Höhen der regionalen Geistesgeschichte erreicht haben. Nicht einmal der dort ubiquitäre Weinkenner Goethe lässt sich über einzelne Äusserungen hinaus als Bierfreund und Werbeträger in Dienst nehmen.

Weil dann die Weinlese beginnt, haben sich der international renommierte Pianist, Organist, Cembalist, Dirigent und Komponist Rudolf Lutz und sein musikwissenschaftlicher Sparringpartner aus Leipzig Anselm Hartinger um das Thema „J.S.Bach und der Wein“ herum zusammengetan, um vielleicht wenig bekannte, doch durchaus schmackhafte Aspekte des Schaffens Bachs und seiner Musikerfamilie zu präsentieren und ihren Bezug zum Wein zu beleuchten. Mit den musikalisch-historischen Erläuterungen sowie Klavierimprovisationen entwickelt sich eine Art Kurzoper für Bach- und Weinliebhaber. «Denn das ist eine Gabe Gottes, wenn man isset und trinket und gut’s Mut ist!».

Rudolf Lutz (*1951) ist ein international gefragter Pianist, Organist, Cembalist, Komponist, Dirigent und Improvisator. Bis 2013 war er Organist an der evangelischen Stadtkirche St. Laurenzen in St. Gallen und bis 2008 leitete er den Bach-Chor St. Gallen. Zu seiner langjährigen Tätigkeit als Dozent zählten Lehrstühle an der Schola Cantorum Basiliensis (Improvisation), an der Hochschule für Musik Basel (Generalbass) und an der Musikhochschule Zürich (Oratorienkunde).
Heute widmet sich Rudolf Lutz regelmässigen und vielseitigen Konzertengagements und Meisterkursen in Amerika, Europa und Asien. Die Darstellung einer Partitur in umfassender Weise ist dem Dirigenten Lutz ein grosses Anliegen. Durch seine intensive Auseinandersetzung mit der historischen Aufführungspraxis und durch seine breitgefächerte Konzerttätigkeit bringt er entscheidende künstlerische Impulse in die verschiedenen Chöre und instrumentalen Ensembles, welche er dirigiert. Dass dabei ungebremste Musizierfreude und sinnlicher Ausdruck ebenso zum Tragen kommen, ist für ihn zentral.
Als Komponist ist Rudolf Lutz für Werke wie beispielsweise seine Sinfonia für die Kantate BWV 158 von Bach oder sein vielbeachtetes Weihnachtsoratorium in englischer Art («An English Christmas») bekannt. Im 2017 wurde seine Kantate zur Ehre Luthers mit Libretto von Karl Graf – ein Auftragswerk von Deutschlandfunk Kultur – auf der Wartburg uraufgeführt. 2018 wurde die Landsgemeindekantate, auch mit Text von Karl Graf, in Trogen uraufgeführt.
Die interdisziplinäre Erfahrung von Rudolf Lutz machte ihn zum prädestinierten musikalischen Leiter der Gesamtaufführung von Bachs Vokalwerk, des gigantischen Projekts der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen – eine Aufgabe, die er seit 2006 erfüllt. Im selben Jahr erhielt Rudolf Lutz den Kulturpreis des Kantons St. Gallen. Für sein Lebenswerk wurde Rudolf Lutz mit dem STAB-Preis der Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur (2015) und dem Schweizer Musikpreis (2019) geehrt. Seit 2016 ist Rudolf Lutz Mitglied des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft e. V. Leipzig

Anselm Hartinger (*1971) interessiert sich für die Musik Johann Sebastian Bachs von früher Jugend an. Nach dem Besuch der Thomasschule studierte er an der Universität Leipzig Historische Musikwissenschaft sowie Mittlere und Neuere Geschichte; nebenberuflich betätigte er sich als Chorleiter und Organist.
2003 bis 2006 war er zunächst freier, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bach-Archivs Leipzig und zusätzlich mitverantwortlich für die Neukonzeption des Bachhauses Eisenach. Als Autor und Herausgeber zeichnet er u. a. für zahlreiche Veröffentlichungen zur Quellen- und Rezeptionsgeschichte Bachs im 18. und 19. Jahrhundert, zur Leipziger Musikgeschichte, zur Geschichte der Aufführungspraxis sowie zu Felix Mendelssohn Bartholdy verantwortlich. 2010 wurde er in Marburg mit einer Arbeit zu Bach-Aufführungen im Zeitalter Mendelssohns, Schumanns und Hauptmanns promoviert.
2006 bis 2011 gehörte er der Forschungsabteilung der Schola Cantorum Basiliensis an; 2011/12 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsprojekt «Schauspielmusiken der frühen Neuzeit» (Universität Würzburg). Seit Februar 2012 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator der Musikinstrumentensammlung am Württembergischen Landesmuseum Stuttgart sowie redaktionell zuständig für die Herausgabe des «Kompendiums Improvisation. Fantasieren nach historischen Quellen des 16. bis 18. Jahrhunderts» (Schola Cantorum Basiliensis).